„Grabe, wo du stehst.“ war der Leitsatz zweier Projektgruppen am Hilda-Gymnasium. Die Schul- und Stadtgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus zu erforschen, haben sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Geschichtslehrern zur Aufgabe gemacht. Dabei haben sie Kontakt zu Zeitzeugen und Nachfahren aufgenommen und Dokumente aus Archiven und Nachlässen ausgewertet, um den Schicksalen ein Gesicht zu geben. Über 60 jüdische Schülerinnen und vier Lehrkräfte besuchten zwischen Ende der 1920er Jahre und 1938 die Hildaschule. Viele konnten fliehen oder wurden nach ihrer Deportation gerettet. Sieben Schülerinnen und eine Lehrerin wurden in Auschwitz ermordet.

Seit 2021 hat sich die Projektarbeit erweitert.
Die neuen Projektergebnisse finden Sie unter spurensuche-pforzheim.de.

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Bereits im Jahr 2017 wurde das Projekt „Spurensuche“ initiiert, das die Schul- und Stadtgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus recherchiert. Die Schülerin Annsophie Schmidt begab sich zusammen mit Herrn Rühl auf Spurensuche. Sie recherchierten die Lebensgeschichten von 48 jüdischen Schülerinnen und Lehrkräften in der Zeit des Nationalsozialismus.

Sie waren Ausgrenzung und Demütigungen ausgesetzt, bis sie gezwungen wurden, die Schule zu verlassen. Viele konnten rechtzeitig ins Ausland fliehen oder wurden nach ihrer Deportation gerettet. Sieben Schülerinnen und eine Lehrerin wurden in Auschwitz ermordet. Um den Lebensgeschichten nachzugehen, werteten Annsophie und Herr Rühl Quellen aus dem Generallandesarchiv Karlsruhe, dem Stadtarchiv Pforzheim sowie dem Schularchiv aus. Des Weiteren nahmen sie Kontakt zu Nachfahren in unterschiedlichen Ländern auf.

Annsophie interviewte Familienangehörige geflüchteter oder ermordeter Hildaschülerinnen in Argentinien, Brasilien, Australien, England, den USA und Österreich. „Die Eindrücke durch den Kontakt zu Nachfahren haben uns sehr bewegt“, gesteht Annsophie. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr der Besuch von Elly Krieg. Sie lebt in Australien und besuchte im Frühjahr 2018 Pforzheim, um die Geschichte ihrer im Jahr 1938 geflohenen Mutter Lieselotte Krieg aufzuarbeiten. Im Rahmen des Besuchs wurde Elly die Hildaschule gezeigt.

Annsophie nutzte die Gelegenheit und führte mit Lieselottes Tochter ein Interview. Das Treffen hat bei Annsophie und ihrem Geschichtslehrer Herrn Rühl bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Ergebnisse ihrer Recherchen fassten sie in einem 236 Seiten umfassenden Erinnerungsbuch zusammen, das im März 2020 mit dem Georg-Simler-Preis der Stadt Pforzheim ausgezeichnet wurde.

Projekt-Blog

FusionBook „Hitler nennt mich Sara“

Nach dreieinhalb Jahren Projektarbeit erscheint heute das FusionBook „Hitler nennt mich Sara“. Es ist eine Art interaktives E-Book, das aus Film-, […]

Hilda-Projektgruppe erhält den Preis für Heimatforschung Baden-Württemberg

Unsere Projektgruppe „Geschichte aktiv“ wurde für die Website spurensuche-pforzheim.de mit dem Preis für Heimatforschung Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Schülerinnen und Schüler durften bei […]

Spurensuche

Die „Spurensuche“ ist ein Schülerprojekt von Annsophie Schmidt. Gemeinsam mit dem Geschichtslehrer Martin Rühl zeigt sie die Lebenswege der jüdischen Schülerinnen und Lehrenden der Hildaschule Pforzheim auf. Diese waren in der Zeit des Nationalsozialismus an ihrer Schule der Ausgrenzung bis hin zur völligen Isolation ausgesetzt, bis sie letztendlich gezwungen wurden, die Schule zu verlassen. Einige konnten ihr Leben retten, andere fanden den Tod. 

Im vorliegenden Projekt wurden bewegende Biografien recherchiert, an fast vergessene Schicksale erinnert, Zeitzeugen und Nachfahren befragt und die Ergebnisse in Form einer Erinnerungsschrift zusammengestellt. 

Tagebuch 1933

Februar 1933. Ein deutscher Patriot begreift die tiefgreifenden Umbrüche, die sich in Deutschland vollziehen. Als Jude ist er jedoch plötzlich ein Ausgeschlossener. Der Weltkriegsveteran und Gymnasialprofessor Dr. Fritzmartin Ascher weigert sich dennoch, sein Vaterland zu verlassen. Die Ereignisse dieses Frühjahrs hält er in seinem Tagebuch fest.

Ausgrenzung auf der einen, vereinzelt Solidarität auf der anderen Seite – Ascher und seine Familie erleben unzählige Demütigungen, er selbst überlebt das Dritte Reich als Straßenkehrer, Milchkutscher und Totengräber. Nach dem Krieg gelangt er zurück in Amt und Würden, kann den Wiederaufbau als Bürgermeister mitgestalten und kehrt zurück in den Beruf, den er immer als Berufung verstand.