„Ein Pirat segelt selten allein“ – und genau das haben wir auf unserer Studienfahrt auf dem Ijsselmeer erlebt. Eine Woche lang hieß es für uns: Segel setzen, Leinen los und gemeinsam als Crew unterwegs sein. Dabei führte uns unsere Reise von Enkhuizen über Makkum und Harlingen bis nach Terschelling und wieder zurück.
Am Montagmorgen starteten wir in Enkhuizen. Mit an Bord waren unser Skipper Fedde, der unser Segelboot sicher über das Wasser steuerte, und unsere Matrosin Sophie, die uns zeigte, wie man selbst zum Teil der Crew wird und worauf es beim Segeln ankommt. Schon nach kurzer Zeit konnten wir selbst mit anpacken und erste Erfahrungen auf dem Wasser sammeln.
Unser erstes Ziel war Makkum, wo wir am Abend den Hafen und die Stadt erkundeten. Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich direkt nach Terschelling weitersegeln. Doch das Wattenmeer machte uns einen Strich durch die Rechnung: Aufgrund der Gezeiten liefen wir mitten auf dem Wattmeer auf Grund und mussten dort ganze sieben Stunden verbringen. Was zunächst nach einer ziemlich langen Wartezeit klang, wurde schnell zu einem unserer besonderen Erlebnisse. Wir gingen ins Wasser, sammelten Muscheln und machten das Beste aus der ungeplanten Pause. Die gesammelten Muscheln wurden am nächsten Abend sogar gemeinsam gekocht.
Da es an diesem Tag nicht mehr nach Terschelling reichte, änderten wir unsere Route und segelten stattdessen nach Harlingen. Am nächsten Morgen ging es dann endlich weiter nach Terschelling. Dort erkundeten wir die Insel bei einer Tandemtour. Besonders beeindruckt hat uns die Natur mit ihren weiten Dünen und den vielen Tieren, die wir unterwegs entdecken konnten.
Am Abend wartete noch ein besonderes Highlight auf uns: Gemeinsam mit Herrn Barton und Herrn Feigl machten wir eine Nachtwanderung über den Strand und durch die Dünen. Bei Dunkelheit wirkte die Landschaft noch einmal ganz anders und machte den Tag zu einem besonderen Erlebnis.
Am letzten Tag hieß es schließlich wieder Kurs auf Enkhuizen. Auf dem offenen Wasser erwartete uns dabei noch einmal ordentlich Wellengang, sodass die Rückfahrt für einige von uns zu einem ziemlich aufregenden Abschluss der Reise wurde.
Nach mehreren Tagen auf dem Wasser, einigen unerwarteten Routenänderungen, viel Teamwork und jeder Menge gemeinsamer Erlebnisse kamen wir schließlich wieder in Enkhuizen an. Die Studienfahrt hat uns nicht nur das Segeln nähergebracht, sondern uns auch als Gruppe viele besondere Momente beschert. Und auch wenn nicht immer alles nach Plan lief, waren es gerade diese ungeplanten Erlebnisse, die die Fahrt zu etwas Besonderem gemacht haben. Denn eines haben wir definitiv gelernt: Ein Pirat segelt selten allein.
Artikel: Lea Pernicka
