Nicht nur Straftäter werden mitunter rückfällig. Entgegen dem Abimotto des Jahrgangs 2006 „Flucht von ABItraz – wir brechen aus!“ (frei nach dem Film „Flucht von Alcatraz“) fand der erste große „Rückfall“ im Juni 2026 statt, indem sich mit weit über dreißig ehemaligen „Insassen“ gut die Hälfte der Abiturienten wieder zurück zur alten Wirkungsstätte begeben hat. Wobei es „zurück“ nicht wirklich trifft: Immerhin war 2006 einer der letzten Jahrgänge, der die Schulzeit vollständig am „alten Hilda“ an der Ecke von Luisen-, Museums- und Kiehnlestraße erleben durfte. Für die allermeisten Ehemaligen war das Klassentreffen also die erste Gelegenheit, das neue Gebäude kennenzulernen. Frau Drescher begrüßte im Hilda die ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschüler, von denen sich viele zum ersten Mal seit vielen Jahren wiedergesehen hatten. Das neue Gebäude ist nicht nur nach Osten versezt, sondern zeigt sich von innen in jeder Hinsicht in moderner Form – der eine oder andere hat sich gewundert, dass Tablets,Visualizer oder ein Aufzug inzwischen selbstverständlich zum Schulalltag gehören. In ihrer Führung stellte Frau Drescher nicht nur das Gebäude vor, sondern erläuterte auch zahlreiche historische Hintergründe der ehemaligen Höheren Töchterschule und erläuterte aktuelle Entwicklungen des Schullebens. Die Führung endete mit der herrlichen Aussicht vom Dach, ehe die Gruppe das Zusammensein in den „Schlosskeller“ verlegte. Von ganz besonderer Freude war, dass mit“ Herrn Witt und Herrn Kaul sowie später Herrn Bentz und Herrn Mitra ehemalige „Aufseher“ der Einladung gefolgt sind.
Das Interesse daran, was aus dem jeweils Anderen geworden ist, war groß – vor allem aber die Freude des Wiedersehens: Neun Jahre gemeinsam „inhaftiert“ gewesen zu sein, hat geprägt; die Vertrautheit miteinander war noch zu spüren, viele lagen sich bei der Begrüßung und noch mehr der Verabschiedung glücklich in den Armen. Dass ein böses Wort gefallen wäre, ist nicht bekannt geworden. Nach zwanzig Jahren mag die Erinnerung nicht mehr allzu zuverlässig sein; gleichwohl waren es die lustigen, heiteren „Weißt-Du-noch-Geschichten“, die einen Gutteil der Gespräche ausmachten. So sollte es sein, dafür war das Klassentreffen geplant worden! Danke für alles, liebes altes Hilda… und liebes neues, als dessen Teil wir uns nun auch fühlen: Wir werden bestimmt gerne wieder „rückfällig“!
Sebastian Barth


